Mythos Bondage: Die Fesseln der Lust

Fesseln, Bondage, Shibaru oder gar Kinbaku. Es gibt viele verschiedene Spielarten der Erotik mit Seilen und anderen Festhalteobjekten. 

Bondage and more

Etwa jeder fünfte Mensch hat sich beim Sex schon mal damit versucht oder wünscht es sich zumindest. Die klassische Verteilung zwischen fesseln und gefesselt werden ist dabei die, dass der Mann schnürt und die Frau verpackt wird. 71% der Männer übernehmen gerne den aktiven Part und sage und schreibe 89% der Frauen lassen sich lieber in Ketten legen, als selbst zum Seil zu greifen. Die Gründe für diese besondere Form des Sexes sind dabei sehr vielfältig und reichen etwa von der Lust an der Unterwerfung unter den Partner oder entsprechend Dominanz über den Partner, bis hin zu einem bloßen ästhetischen Vergnügen. Genau wie die Gründe für das Bondage ist auch der Grad des Fesselns sehr unterschiedlich. Vom Festketten des Sexualpartners an das Bettgestell zur kunstreichen Vollverpackung, an der selbst Christo seine helle Freude hätte, ist alles möglich. Die bekannteste Form des Bondage kommt aus Japan. Da gerade die japanische Kultur dazu neigt, selbst einfache Dinge, wie die Zubereitung einer Tasse Tee in ein Ritual zu verwandeln, dem man sich frühestens nach 15 Jahren intensiven Studiums und etwa 30-jähriger Meditation auf einem sturmgepeitschten Felsen nähern kann, ist schnell verständlich, dass man als mittelbegabter Mitteleuropäer nicht den Hauch einer Chance hat, das sogenannte Kinbaku zu erlernen. Kinbaku heißt frei übersetzt, "die Schönheit des Fesselns" und ist für wahre Bondagefans so etwas wie der heilige Gral. Dabei wird neben der Erotik des Fesselns auch ein spirituelles Zusammenspiel der beiden Partner erwartet - fällt diese besondere Form der Zuneigung weg, spricht man vom Shibari, was grob übersetzt "festbinden" bedeutet. Beides stammt ursprünglich, und hier handelt es sich um reines Partywissen mit dem Sie angeben dürfen, vom Hojojutsu, einer militärischen Fesselkunst. Ja ja, während man sich hierzulande im Mittelalter damit zufrieden gab, den Gefangenen an der Flucht zu hindern oder gleich zu erschlagen, wurde man in Japan je nach Stand, Geschlecht und Kragenweite der Großmutter unterschiedlich in Fesseln gelegt. Um kurz zu demonstrieren wie kompliziert das alles sein kann, sei hier kurz "Ebi" angesprochen. Kennern der japanischen Küche ist Ebi bekannt als ein Sushi-Teil, ein Shrimp (oder irgendein anderes Krustentier) auf Reis. Diese Shrimps sind, wenn Sie noch in der Schale sind, äußerst gekrümmt, und dieser kleine Hinweis ist für das Thema Bondage wichtig. Denn im Kinbaku ist Ebi ein durch Fesselung erreichter Zustand, der ein bestimmtes Körperteil des Objekts für, wie es heißt, angenehmere Spielformen öffnet. Ist uns Westlern ja bekannt, das Liebe durch den Magen geht; hier gibt es sogar die Verbindung zwischen Fetisch, Liebe und Essen. Dazu passt es, das auch im modernen Bondage nach ganz unterschiedlichen Kategorien unterschieden wird. Während Zier- oder gar Filmbondage lediglich der Optik dienen und nur sehr indirekt dem Lustgewinn dienen, gibt es noch Spielarten wie das "Zweckbondage", bei dem die Fesselung dazu dient, jemanden in einer bestimmten Position zu halten. Man kennt das ja zum Beispiel vom Marterpfahl im Wilden Westen, und schon sehen wir die Freundschaft zwischen Winnetou und Old Shatterhand mit ganz anderen Augen. Unter einer Bondage2 Folterbondage versteht man eine besonders unangenehme Fesselung, mit Schmerz und Leid zum Ziel, üblicherweise über einen längeren Zeitraum. Obwohl mancher das so empfinden könnte, zählt ein Besuch bei den Schwiegereltern nicht zwangsläufig dazu. Wenn Sie sich für japanische Fesselkunst interessieren brauchen Sie neben Zeit und einem willigen Partner, ein Jute- oder Hanfseil, dass vor der ersten Benutzung ordnungsgemäß behandelt werden sollte, schon allein um dem Bottom (so nennt man den Gefesselten) unnötige Schmerzen zu ersparen. Dazu gehört, das Seil abzuflämmen, etwas Öl einzuarbeiten und dann am Besten im Wäschetrockner geschmeidig zu machen. Ihnen ist das alles zu praktisch und Knoten sind nicht Ihres? Kein Problem, probieren sie es doch mit einer meditativen Form des Bondage und legen den Geist in Ketten. Ob das etwas für Sie ist, finden Sie ganz einfach raus: Suchen Sie sich einen zu recht von Ihnen auf den hinteren Sendeplatz verbannten Spartensender (Astro-/Bibel-/Golf-/Heimatfreunde-TV) und sehen mehrere Stunden zu. Es macht Ihnen Spaß? Sie müssen grinsen bei dem Gedanken daran, Ihre Liebste zu zwingen, den Quatsch zu gucken? Experimentieren Sie nach Herzenslust weiter. Kommen wir zum eher praktischen Teil, den Techniken des Bondage. Grundsätzlich unterscheidet man sechs unterschiedliche Kategorien: Zum einen das Zusammenbinden von Körperteilen etwa mit Handschellen, dann entsprechend anders herum, das Auseinanderspreizen, etwa durch eine Stange oder ein X-förmiges Andreaskreuz, das Sie im Zweifel von der Deutschen Bahn bekommen. Drittens gibt es das Festbinden an etwas anderem, also etwa Herd oder Bett. Eine Stufe weiter geht das Aufhängen des Partners. In eine völlig andere Richtung geht die Bewegungseinschränkung, etwa durch ganz spezielle Kleidungsstücke, wie dem Humbler, die man gegen entsprechendes Geld im gut sortierten Fetisch-Laden bekommt. Wesentlich preisgünstiger ist die letzte Kategorie, das Verpacken. Ob mit Frischhaltefolie oder Klebeband aus dem Baumarkt, damit wird der Partner hübsch eingepackt. Obwohl in der Bondageszene grundsätzlich immer nach dem Verfahren SSC (Safe - Sane - Consensual - in etwa: sicher, mit Verstand und mit gegenseitigem Einverständnis) gefesselt wird, bleibt es nicht aus, dass immer wieder, zum Teil tragische, Unfälle geschehen. Diese haben meistens zwei Ursachen: Erstens, der Fesselnde (Top) hat keine Ahnung von dem was er da tut. Sie müssen nicht 12 Semester Medizin studiert haben, aber ein bisschen Ahnung von anatomischen Details sind absolut notwendig, oder zweitens der Top ist betrunken, bekifft oder sonst wie nicht zurechnungsfähig. Da nur der aktive Teil kontrolliert, was geschieht, muss dieser auch permanent aufpassen und darf sich auch nicht in einen Lustrausch steigern. Kenner sagen, der Bottom hat oft wesentlich mehr Spaß. Alle diese Formen des Bondage haben eines gemeinsam: man ist dabei immer mindestens zu zweit. Wenn man alleine ist, bleibt einem nur das Selfbondage, Sie sind also Top und Bottom gleichzeitig. Diese Technik hat allerdings gleich mehrere Haken, sprichwörtliche wie echte. Selfbondage erfordert großes Geschick. Schließlich müssen Sie sich ja gut einschnüren und irgendwie später auch wieder aus der Nummer wieder rauskommen. Desweiteren ist Selfbondage ungemein gefährlich. Da man sich ja gerade, um einen Orgasmus zu erreichen, selbst peinigt, kämpfen der Verstand (wir erinnern uns: SSC) und die Endorphine gegeneinander. Wer diesen ungleichen Kampf gewinnt ist ja weitläufig bekannt. Ein berühmtes Opfer dieser Technik ist David Carradine, der Star aus Kill Bill, der sich angeblich auf diese Weise aus dem Leben beförderte. Wem das jetzt alles zu kompliziert oder zu gefährlich ist, aber trotzdem Bondagekunst sehen will, dem seien unsere heißen Mottoshows empfohlen, wo es immer wieder fesselnde Sex-Shows zu sehen gibt. 

Hier findet ihr Anschauungsmaterial, die Anmeldung ist kostenlos und unverbindlich.

>>> Bondage Live <<<